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Urkund an der Copenhagen Business School

Die Plagiatserkennung hatfür mehr Bewusstsein an der CBS gesorgt

Die Copenhagen Business School (CBS) ist die größte Wirtschaftshochschule in Nordeuropa. Sie geht besonders strikt gegen Plagiate in wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Arbeiten von Studierenden vor. Im letzten Jahr entschied sich die CBS nach gründlichen Evaluierungen, Urkund zum Identifizieren von Textähnlichkeiten in von Studierenden eingereichten Arbeiten einzusetzen. Dies führte sehr schnell zu einer Zunahme der erkannten Plagiatsfälle.

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Die Anzahl der Plagiatsfälle in studentischen Texten hat zugenommen, seitdem Urkund eingeführt wurde. Dies wiederum hat Diskussionen nach sich gezogen und für mehr Bewusstsein gesorgt“, sagt Joshua Kragh Bruhn, ein Informatiker an der CBS.

CBS Copenhagen Business School

Joshua Kragh Bruhn ist Informatiker an der CBS und für die Administration von Urkund verantwortlich. Er betreut außerdem die Mitarbeiter, die das Programm zur Plagiatserkennung nutzen.

„Wir haben uns im Frühjahr 2014 entschieden, vom Tool eines Wettbewerbers zu URKUND zu wechseln. Mit dem vorherigen Programm zur Plagiatserkennung waren wir sehr unzufrieden und haben deshalb eine methodische Prüfung durchgeführt, um das richtige Programm zu finden“, erklärt Joshua Kragh Bruhn.

Support und Nutzerfreundlichkeit zählen

Laut Joshua Kragh Bruhn wurden in allen untersuchten Programmen zur Plagiatserkennung Unzulänglichkeiten festgestellt und es war zu sehen, dass es schwierig ist, perfekte Textübereinstimmungen zu finden. Die entscheidenden Faktoren waren aber Nutzerfreundlichkeit und Support – Aspekte, in denen Urkund sich als überlegen erwies.

„Urkund lässt sich extrem einfach einsetzen. Texte lassen sich ganz unkompliziert per E-Mail senden und der resultierende Bericht ist leicht zu verstehen. Das ist für uns sehr wichtig, denn je komplizierter das System ist, desto weniger sind die Mitarbeiter bereit, es einzusetzen“, erklärt Joshua Kragh Bruhn.

Die Unterstützung der Mitarbeiter bei der Plagiatserkennung sowie deren Anleitung verschlang sehr viel Zeit. Deshalb gab es viele Vorbehalte gegen die Nutzung des Tools.

Einige CBS-Texte werden auch heute noch als Druckfassung abgegeben, obwohl die Universität anstrebt, dass nach und nach nur noch Arbeiten in elektronischer Form eingereicht werden. Arbeiten im elektronischen Format werden mit der Lernplattform Moodle übermittelt, die nach Joshua Kragh Bruhns Einschätzung sehr kompatibel mit Urkund ist:

„Die in gedruckter Fassung vorliegenden Arbeiten müssen zunächst gescannt werden, bevor sie an URKUND übermittelt werden können. Dafür ist aber kein Umweg über die Lernplattform nötig. Es handelt sich vielmehr um einen linearen Prozess, der direkt per E-Mail abgewickelt werden kann.

Sanktionstool oder pädagogisches Werkzeug?

Die Anzahl der Plagiatsfälle nahm in der ersten Zeit nach der Implementierung von Urkund deutlich zu.

„Wir haben definitiv einen Anstieg der Plagiatsfälle festgestellt, seit Urkund eingeführt wurde. Das bedeutet natürlich, dass zuvor viele Fälle unentdeckt blieben. Es war für die Lehrkräfte einfach zu zeitaufwendig, eigene Plagiatsprüfungen durchzuführen. Die Automatisierung hat mehr Missetäter enttarnt“, erklärt Joshua Kragh Bruhn.

Ausgehend von der gestiegenen Anzahl erkannter Plagiatsfälle geht es in den laufenden Diskussionen an der CBS darum, wie die Lehrkräfte Urkund einsetzen sollen – als indikatives pädagogisches Werkzeug oder als Erkennungssystem und Sanktionstool?

„Einige Lehrkräfte setzen es als Erkennungssystem ein, die meisten nutzen aber die Urkund-Plagiatsberichte als Grundlage für Gespräche mit den Studierenden über Plagiate. Ich persönlich bin der Ansicht, das die Plagiatserkennung die letzte Stufe eines Programms mit präventiven Maßnahmen zur Verhinderung von Plagiaten sein sollte. Und ich bin der Überzeugung, dass sich die CBS in genau diese Richtung bewegt“, sagt Joshua Kragh Bruhn.